Richtiges Lüften

Die nachstehenden Empfehlungen sollen helfen, unter Berücksichtigung der technisch-physikalischen sowie hygenischen Anforderungen energiesparend zu heizen und zu lüften:

Ziel des Lüftens ist es, ein Maximum an Raumluftqualität bei einem Minimum an Energieverbrauch zu erreichen.
Für das aktive Lüften mit dem Fenster sollen folgende Punkte berücksichtigt werden:

Die notwendige Lüftungsdauer für den kompletten Luftwechsel eines Raumes bei Stoßlüftung
(ganz geöffnetes Fenster) ist abhängig von der Außentemperatur im Jahresablauf (Winter 4
bis 6 Minuten, Frühling und Herbst 10 bis 20 Minuten und Sommer 25 bis 30 Minuten).

Bereits leichter Wind (ca. 5 km/h) kann den Luftaustausch verdoppeln. Die stärkste Antriebskraft
für die Lüftung ist die Thermik. Je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und
außen ist, desto größer das Bestreben der warmen Luft, durch das geöffnete Fenster aufzusteigen.
Deshalb ist die notwendige Öffnungsdauer für einen kompletten Luftaustausch im
Winter mit durchschnittlich 5 Minuten wesentlich kürzer als in der Übergangszeit mit ca. 15
Minuten.


In der folgenden Übersicht werden die Luftwechselraten, Angaben wie oft pro Stunde ein kompletter
Luftaustausch erzielt wird, bei verschiedenen Lüftungsarten angeführt. Bei Luftwechselrate
1 erfolgt im Mittel 1 x pro Stunde ein kompletter Luftaustausch, bei Luftwechselrate 0,5 wird die
Luft alle 2 Stunden erneuert.

Fenster und Türen mit Dichtung geschlossen                         0,1 – 0,3
  • Dosierlüfter regulierbar                                           0,2 – 0,8
  • Fenster gekippt
    
     – ohne Querlüftung                                                 0,8 – 2,5
    
     – mit Querlüftung                                                  2,0 – 4,0
  • Fenster offen (Stoßlüftung)
    
     – ohne Querlüftung                                                9,0 – 15,0
    
     – mit Querlüftung über                                            20,0
  • Undichte Häuser bis                                                2,0
* vgl. Broschüre „Energiesparen durch richtiges Lüften“ von ENERGIE TIROL, Adamgasse 4, 6020 Innsbruck

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Es muss ausreichend gelüftet werden, um während der Benutzung von Wohnungen bzw. Eigenheimen
ein angenehmes Wohnklima und eine gesunde Innenraumluftqualität zu erzielen. Nur so
können Schimmelbildung und Feuchteschäden vermieden werden.

Nachstehend noch ein paar wertvolle Praxistipps:

Nur raumweise lüften; bei Querlüftung durch mehrere Zimmer reichen max. 3 Minuten zum
kompletten Luftaustausch.

Nur aktiv lüften, wenn Zimmer benutzt werden; in unbewohnten Räumen reicht meist die Selbstlüftung durch Fugen.

Die weit verbreitete Lüftungsart durch gekippte Fenster führt oft zu überhöhten Luftwechselraten,
weil die einströmenden Luftmengen unterschätzt werden. Zur Dauerlüftung ist die gekippte
Stellung nur außerhalb der Heizperiode sinnvoll.
Im Winterhalbjahr braucht ein Fenster nicht länger als 7 bis 20 Minuten pro Stunde gekippt zu sein.

Die empfohlene „Stoßlüftung“ durch ein ganz geöffnetes Fenster ist im Winter nur dann energiesparend, wenn dies sehr diszipliniert und kurzzeitig geschieht (4 bis 6 Minuten).

Gute Ergebnisse können durch Dauerlüftung mittels regulierbarer Lüftungsspalte (Dosierlüfter)
erzielt werden. Ein Element pro Raum reicht aus. Gerne beraten wir Sie hierzu bei uns in Ismaning

Bei allen Arten des aktiven Lüftens muss die Dauer des Fensteröffnens am Außenklima orientiert werden. Je kälter es draußen wird, desto kürzer können wegen der verstärkten Thermik
die Lüftungszeiten werden.